LIMETTEN- UND PIRI-PIRI-ZIEGENFRISCHKÄSECREME - BESUCH AUF DEM WOLFSBORNER ZIEGENHOF



Madam Rote Rübe pflegte eine Leidenschaft: Ziegen hatten es ihr angetan. "Kein Wunder", meinte Hansi, "eine gewisse Wahlverwandschaft ist vorhanden". Sie entschied, es als Kompliment aufzufassen, bedeutete doch Ziege, lateinisch capra, kapriziös. Sie vergaß gnädig, dass kapriziös auch für unberechenbar, neugierig, vorwitzig, störrig, überspannt und zickig steht.

Ja, Ziegen bestehen auf ihren eigenen Kopf, man siehe: eine sehr weibliche Eigenschaft. Langeweile ist verpönt, stets auf Erkundungstour erobern sie ihr Umfeld. Also bestimmte Madam Rote Rübe, sie müsse mal wieder mit ihrem Hansi eine Nase voll Stallgeruch einatmen. 



Nach telefonischer Anmeldung fuhren sie an einem Montag zum Junglandwirt Pascal Buch auf dem Wolfsbornerhof.
Vielen Dank an Pascal (Facebooklink) für das nette Gespräch. Ein Aussiedlerhof, der seinem Namen alle Ehre macht, liegt er doch als ein wunderbar reizvolles Ziel in beträchtlicher Entfernung zum Dorf Herchweiler im Ostertal. Rundherum prächtige Wiesentäler, verschwiegene Waldgebiete, hier kann in naturbelassene Weiten eingetaucht werden. Natur pur. 



Zu Besuch bei Pascal Buch auf dem Wolfsbornerhof

Pascal Buch lebt da mit Familie in dritter Generation. Sein Großvater baute 1967 den Hof im idyllischem Ostertal auf und betrieb bis Mitte der 80iger Jahre ganz konventionell Milchwirtschaft mit Kühen. Später errichteten die Eltern den Landgasthof Wolfsbornerhof, ein herrliches Ausflugsziel zum Speisen. Doch als es um die berufliche Weiterentwicklung ging, schlugen die landwirtschaftlichen Gene bei Pascal Buch wieder voll durch.
2004 entschied er sich zur Ausbildung zum Landwirt und wagte etwas ganz Neues. Die Größe der vorhandenen Stallungen, der ganze Wirrwarr der Rindviecher-Richtlinien um Milchquote, Milchkontingentierung und EU-Milchsee und seine Liebe zu den Ziegen, all diese Vorraussetzungen trugen dazu bei, dass er eine Ziegenhaltung mit fünf Ziegen startete.

Jetzt Ende Januar 2015 stehen 70 Ziegen mit Geißbock auf der Weide und im Stall. Er hat sich viel vorgenommen. Sein Ziel ist die Verdoppelung der Ziegenherde, 50% Milchverkauf und 50% eigene Käsevermarktung möchte er erreichen. Beste Qualität kann erwartet werden, ist er doch bei Bioland gemeldet und arbeitet nach deren strengen Richtlinien.



Madam Rote Rübe schaute um sich. Der Raum, in dem das Gespräch stattfand, war ein ehemaliges Stallgebäude, welches jetzt als uriger Schauraum mit Käseprobierstube und Kamin fungierte. Käseproben und Stallführungen hält Pascal Buch regelmäßig ab, einmal im Monat bietet er leckeres Frühstück und Brunch an. Ausführliche Einblicke in Leben und Arbeit und das Besondere am Ziegenkäse können entdeckt werden.

Und dann ging es in den Stall. Madam Rote Rübe und ihr Hansi bekamen viele neugierige Blicke und vernehmliches Bemeckern von den Bunten Deutschen Edelziegen als Begrüßung zugeworfen. Sie spürten, dass die Ziegen artgerecht und liebevoll gehalten werden. "Sie können das ganze Jahr auf die Weide und haben zudem stets die Möglichkeit, sich in den Stall zurückzuziehen, wann immer sie wollen. Jede Verbesserung ihres Umfeldes zeige sich an der Qualität der Milch," erklärte ihnen Pascal Buch. Nun im Winter mögen sie es warm und Pascals kleines Mädchen lief glücklich zwischen den Ziegen im hellen Stall herum. Madam Rote Rübe wollte am liebsten mitspringen, es kribbelte ihr so sehr in den Beinen.

Momentan ist Winterruhe, Mensch und Tier genießen die jahreszeitliche Entschleunigung. Bald werden die neugeborenen Zicklein im Stroh liegen und der Betrieb läuft wieder auf Hochtouren.



Am Abend servierte Madam Rote Rübe köstliche Limetten- und Piri-Piri-Ziegenfrischkäsecreme zu knusprigem Baguette. Nach dem schönen Tag im Ziegenstall musste das unbedingt sein. Friedlich vereint saßen sie am Küchentisch und befanden, dass die Creme bestimmt auch als Käsesauce zu Spaghetti, über gebackener Folienkartoffel, in Lauchcremesuppe, usw. köstlich schmecken würde.

Die Vorfreude auf die kommende Ziegenkäsesaison ließ ihr das Herz in der Brust etwas schneller schlagen. In der Nacht träumte sie von einem Zicklein, namens Rosinchen, das ihr auf Schritt und Tritt folgte und aufdringlich an ihrer Küchenschürze knabberte.




Rezept

Limetten- und Piri-Piri-Ziegenfrischkäsecreme
1 Limette
2 Piri-Piri, eingelegt
150 g Ziegenfrischkäse
1 EL saure Sahne
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Ziegenfrischkäse mit der sauren Sahne glatt verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Käsecreme halbieren und jeweils für sich weiter zubereiten.

Limette heiß waschen und trocken reiben. Eine große Scheibe abschneiden und beiseitelegen. Etwas Schale abreiben, Saft auspressen. Ein Teil des Saftes unter die Creme verrühren. An den inneren Rand eines Glases eine Limettenscheibe drücken und die Creme einfüllen. Mit dem restlichen Limettenabrieb und etwas groben Pfeffer bestreut servieren.

Eine Piri-Piri klein schneiden und bis auf einige kleine Stückchen unter die zweite Hälfte Creme heben. Wer möchte, kann auch hier an den inneren Rand eines Glases eine Piri-Piri drücken und auffüllen.  Mit den restlichen Piri-Piristückchen und groben Pfeffer bestreuen.

Tipp:
Wer Ziegenfrischkäse probiert, wird feststellen, dass er sehr mild schmeckt und gar nicht mehr streng dank der veränderten modernen Ziegenhaltung mit Auslauf.



Viel Vergnügen auf dem Ziegenhof wünscht Euch



Nachtrag:
Das Interview ist veröffentlicht worden in meinem Buch "Köstlich kochen mit Ziegenkäse", erschienen April 2016 im pala-verlag.

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