ITALIENISCHES KARTOFFEL-LANDBROT - EIN BODENSTÄNDIGES SAFTIGES BROT

Die große Stunde der kleinen Reste
Madam Rote Rübe schaut in den Kühlschrank. Ist wirklich empfehlenswert, denn manchmal gibt er neue Inspiration her. Also spähe bitte ab und an in Deinen Kühlschrank hinein, vielleicht wartet ja in einer Ecke ein kleines Restchen auf seine große Stunde. Könnte ja sein, dass ein neues Gourmetessen als Jahrhundertentdeckung daraus entsteht. Ist alles schon vorgekommen.

Aha, drei Pellkartoffeln sehe ich darin liegen. Gelegentlich schätze ich unseren Appetit ein wenig falsch ein, bzw. ich kann mich nicht daran gewöhnen, dass der Mensch gar nicht so riesige Portionen benötigt.

Ein anderes Mal koche ich ganz bewusst mehr Pellkartoffeln, weil ich Kartoffeln so perfekt finde, um brandneue Gerichte zu erfinden. Ausgesprochen feine Geschmackskombinationen gerieten mit ihnen schon, wie z.B. den Kartoffelkräuter-Brotaufstrich als perfekten Stullenbelag oder die pikante Kartoffel-Kräuter-Vinaigrette, die jeden Salat aufpeppt.



Saftig soll es sein

Doch heute wünsche ich mir ein saftiges Vollkornbrot, welches auch noch nach ein paar Tagen frisch schmecken würde. Falls ihm überhaupt eine Daseinsberechtigung von solcher Dauer zugebilligt würde, denn saftige Brote tendieren dazu, in Nullkommanichts zu verschwinden.

Wenn Du Dir solch ein Brot erträumst, empfehle ich Dir, geriebene Pellkartoffeln unter das Vollkornmehl zu mengen. Das gibt ein schmackhaftes, feuchtes, delikates, wohlschmeckendes......, so langsam muss ich aufhören, oh, nur noch ein Wort, lockeres......Brot, geeignet als Butterschnitte und für jeglichen anderen Belag.

Wunsch ist erfüllt
Und tatsächlich, kaum ist es etwas abgekühlt, stürzen wir uns drei auf das ofenfrische Brot. Ach, ich habe Birnchen vergessen zu erwähnen. Sie kam ganz zufällig vorbeigeschossen, schaute mir eifrig beim Brotbacken über die Schulter und bleibt selbstverständlich zur Jause auch da.

Es ist wirklich so, Kartoffeln krönen das Brot mit ihrer Milde und Weichheit. Kurz nach unserem Abendbrot schaue ich mit einem lachenden und weinenden Auge auf den Laib, war er doch schon fast zur Hälfte gegessen. Freue mich, dass es so gut schmeckt, bin ein klein wenig traurig über den schnellen Schwund. Was solls, backe ich halt wieder. Obwohl, fürs Fließbandbacken bin ich überhaupt nicht geeignet.

Dafür kultiviert sich eine gewisse Kugel in der Bauchgegend, zukunftsorientiert heißt es nun: Achtung, hier gibt es ein Kartoffel-Landbrot, bitte aufpassen, sonst kann ich für nichts garantieren. Bei diesem Brot entwickelt sich jeder zum Vielfraß.

Italienisches Kartoffel-Landbrot nenne ich es, weil es mich an ein Foccacia erinnert, nur dass ich feingeriebene Kartoffeln untermische. Glaube mir, ich danke wirklich dem Kartoffelgott, wenn ein paar Pellis überbleiben, denn kaum ein anderes Brot kann an Saftigkeit bei einem Kartoffelbrot mithalten.




Rezept für ein Laib Brot
Italienisches Kartoffel-Landbrot
250 g Pellkartoffeln vom Vortag
500 g Weizenvollkornmehl
1 TL Honig
30 g Hefe
2 TL Salz
ca. 300 ml lauwarmes Wasser
2-3 EL Olivenöl
grobes Salz
Weizenvollkornmehl in eine Schüssel geben. In der Mitte eine Mulde formen, die Hefe hineinbröseln, Honig hinzufügen und mit dem Wasser vermischen. Das Salz an den Rand geben und jetzt mit einem Esslöffel Olivenöl den Teig sehr gut verkneten, bis er sich glatt anfühlt. An einem wohltemperiertem Plätzchen zur doppelten Teigmenge gehen lassen. Währenddessen die Kartoffeln fein reiben, zum gegangenem Teig geben und alles nochmals sehr gut miteinander verkneten.
Den Teig als runden Laib formen. Mit einem Finger auf der Oberfläche kleine Kuhlen drücken, etwas Olivenöl hineinträufeln und mit groben Salz bestreuen. Den Teigling auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, wieder gehen lassen, bis er fast doppelt so groß ist. Währenddessen den Ofen auf 220°C vorheizen. Das Brot für 15 Minuten bei dieser Hitze backen, dann die Temperatur auf 175°C herunterstellen und noch ca. 25 Minuten fertig backen.
Herausnehmen, mit einem Geschirrtuch bedecken und auf einem Gitter abkühlen lassen.


Mit Butter bestrichen schmeckt dieses saftige Brot großartig, das grobe Salz und die Butter harmonieren perfekt zusammen.

Mehlbepudert aus der Landküche wünsche ich Dir gutes Gelingen und harre auf  Dein Feedback, Deine

Kommentare:

  1. Chère Madame,
    da hätte ich jetzt noch eine Frage: was genau ist jetzt gemeint mit "250 g Kartoffeln"? Rohe, gekochte, am Vortag gekochte? Denn das Rezept reizt mich ziemlich, würde es nur zu gerne ausprobieren, und danke im Voraus für eine Antwort!
    Liebste Grüße,
    klaudia

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  2. Liebe Klaudia,
    für dieses Kartoffelbrot nehme am besten am Vortag gekochte Pellkartoffeln. Vielen Dank für Deinen Hinweis, werde das Rezept dementsprechend abändern.
    Gutes Gelingen wünscht Dir
    Sigrid

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  3. Ah, das erklärt einiges... Ich habe es gestern mit rohen Kartoffeln gemacht, und es war komplett matschig von innen, selbst nach 2 Stunden im Ofen...
    Danke für die Aktualisierung, dann probiere ich es morgen nochmal :-)

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    1. Tut mir leid, dass aus dem Rezept nicht ersichtlich war, dass Pellkartoffeln gemeint waren. Stand zwar im Text davor, aber leider nicht im Rezept. Meine Schuld. Wünsche auf alle Fälle beim nächsten Backen mehr Erfolg.
      Liebe Grüße
      Sigrid

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  4. Liebe Sigrid,
    da läuft einem das Wasser im Mund zusammen!
    Ich habe kurz in den Kühlschrank gespäht, konnte aber leider keine Pellkartoffeln entdecken. Dafür stehen Kartoffeln nun dick und fett auf dem Einkaufszettel und morgen ist Markttag.
    Vielen Dank für das Rezept, es animiert mich, endlich einmal wieder ein Brot zu backen.
    Herzliche Grüße aus Ye Olde Kitchen sendet dir Eva

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    1. Schnell kann es manchmal gehen, liebe Eva, dass die Freude zum Brotbacken überraschend ausbricht und nichts, aber auch gar nichts dich aufhält, zur Tat zu schreiten. Köstliches Gelingen wünscht Dir Sigrid und lasst es Euch beiden gut schmecken.

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    2. Liebe Sigrid,
      heute gab es einige Scheiben deines Brotes zum Mittag. Einfach mit Butter bestrichen und dazu ein gutes Stück Käse. Ein Hochgenuss.
      Wir haben Einkornmehl verwendet, das noch im Vorratsschrank lagerte. Das hat auch super funktioniert.
      Danke für das Rezept und liebe Grüße aus Ye Olde Kitchen, Eva

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    3. Deine Rückmeldung, liebe Eva, freut mich soooo sehr. Vielen Dank dafür. Da hat Euch dieses Kartoffelbrot also auch überzeugt, super.
      Liebe Grüße Sigrid

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  5. Hallo Sigrid,
    zufällig hatte ich auch ein paar Kartoffeln vom Vortag übrig und da musste ich an Dein Rezept denken :) Ich habe noch nicht oft Brot gebacken und ich bin total begeistert wie schnell das Brot im Ofen war! Ich habe noch ein paar geschrotete Leinsamen in den Teig gegeben. Das Brot ist wirklich klasse...super saftig. Das wird es bei mir definitiv öfters geben :)
    Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße,
    Steffi

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    1. Wie sehr mich das freut, liebe Steffi, du hast es ausprobiert und für gut befunden. Für einen selbst ist das immer ein enormes Erfolgserlebnis und beflügelt zum weiteren Brotbacken. Vielen Dank für deine tolle Rückmeldung.
      Liebe Grüße
      Sigrid

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Vielen Dank für deinen Besuch!
Wie schön, dass du dir die Zeit genommen hast, bei mir vorbeizuschauen und einige Worte dazulassen.

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