EIN VOLLWERTIGER BIRNEN-ROSINEN-STUTEN AUS DER SICHT EINER ROSINE



Gefahr ist in Verzug. Meine Liebe, mein Lieber, ja Du da, hörst Du mich? Ich bin hier, nein hier, rechts unten im Stuten, die vorwitzige Rosine, die da an der Ecke herausschaut. Die Rosine, an der du eben herumpulen wolltest.

Finger weg, fummeln verboten. Du solltest Dir darüber klar werden, dass wir Rosinen uns nicht herauspicken lassen, wir gehören in den Stuten als die Crème de la Crème.



Ess mal ein Bissen von diesem köstlichen Stuten -  ganz, ganz langsam, siehst Du, jetzt schmeckst Du unsere Süße.
Die Süße, die dieses Brot erst zu einem Kuchenbrot erhebt. Ohne uns bekämst Du nur ein gewöhnliches, na gut, ein etwas gehaltvolleres Brot. Zählen wir meinetwegen die Butter dazu.

Eine Scheibe mit uns am frühen Morgen langsam genossen, dann weißt Du, dass Du dem bürgerlichen Stand entfleucht bist und einen adligen Stuten vor Dir stehen hast. Ja, er schimpft sich wirklich adliger Rosinenstuten - mutig, oder? Funktioniert jedoch nur durch meine allgegenwärtige Aura der Verfeinerung.

Außerdem, ich verbünde mich hier mit süßen Birnen und umgebe mich mit einem Hauch von Zimt, Vanille und Anis.

Den Stuten dick beschmiert mit Butter? Na ja, lass mal die feine Etikette einen Augenblick außer acht - setz einen großen Löffel Marmelade drauf.

Schaust Du schon sehnsüchtig nach dem Kuchenkanten? Jetzt wünschst Du Dir bestimmt, dass Du ihn zielstrebig zu Deinem Mund führen kannst, damit Du Dich wie von Adel fühlen kannst. Weiß ich doch.



Du kannst uns ohne schlechtes Gewissen essen, denn schließlich sind wir mit dem vollen Korn verbacken worden.

Doch nicht adlig, vielleicht nicht mal bürgerlich, denn die gehobene Schicht nahm nur blütenweißes Brot zu sich, zu fein fühlte sie sich, herzhaft auf naturbraun zu kauen. Doch ich,  die Rosine, die es traf, nicht auf ihre ländliche Herkunft verzichten zu müssen, fühle mich hier pudelwohl.

Schließlich enthält nur das volle Korn alles, was der Mensch zur Gesundheit benötigt. Ja klar, der bäuerliche Stand sollte sich keine Rosinen in den Kopf setzten, doch darüber sehe ich jetzt großzügig hinweg.

Setz ruhig schon mal Deinen Getreidekaffee auf und verputze mich in diesem wunderbaren Stuten.




Zutaten für 2 Stuten
Birnen-Rosinen-Stuten aus dem vollen Korn
550 g Weizenvollkornmehl
250 g Dinkelvollkornmehl
1 Würfel Hefe
400 ml lauwarmes Wasser
100 ml + 2 EL Sahne
15 g Salz
70 g Honig, geschmacksneutral
100 g Butter
1 Msp. Vanille
1 TL Zimt
1/2 TL gemahlener Anis
2 reife Birnen
50 g Rosinen
3 EL gehobelte Mandeln
Butter für die Form
Butter zerlassen und abkühlen.
Bis auf 3 EL das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine tiefe Mulde drücken. Die Hefe hineinbröckeln, etwas Honig hinzufügen, mit einem Teil des lauwarmen Wassers auflösen, dabei mit etwas Mehl zu einem dicklichen Brei verrühren. Mit Mehl bestäuben und den Vorteig 15 Minuten gehen lassen.

Restliches Sahne-Wassergemisch, Honig, Salz und die Gewürze zugeben und einige Minuten kräftig kneten. Die zerlassene Butter hinzufügen und unterkneten. Teig mit Wasser bestreichen und abgedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis er sich vom Volumen fast verdoppelt hat.

Währenddessen zwei Kastenformen von 25 cm  mit Butter gut ausfetten.

Rosinen abspülen und in heißem Wasser einweichen. Birnen schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Mit dem restlichen Mehl bestäuben und verteilen. Kurz bevor die Birnenmasse unter den Teig gegeben wird, Rosinen hinzufügen, so durchrühren, dass alles leicht mit Mehl bestäubt ist.

Birnenwürfel und Rosinen unter den gegangenen Teig kneten. Den Teig in die  ausgefetteten Formen füllen, glatt drücken. Mandeln darüberstreuen, leicht hineindrücken und 2 EL Sahne darüberstreichen.

Den Teig nochmals gehen lassen, bis er die Form ausfüllt.

In die Mitte des auf 200°C Ober-/Unterhitze vorgeheizten Backofen geben,  ca. 20 Minuten, dann auf 160°C runterstellen und nochmals 15 Minuten backen. Aufpassen, dass die Mandeln nicht zu braun werden, falls nötig abdecken.
Mit einem Holzspieß überprüfen, ob der Stuten durchgebacken ist.
Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Wenn jetzt noch eine Rosine zetert, macht nichts, es gibt kein Pardon, wir essen Birnen-Rosinen-Stuten. Guten Appetit.

Liebe rosinige Grüße aus der Backstube, Deine

Kommentare:

  1. Köstlich geschrieben und lecker verpackt! Werd ich ausprobieren, ganz sicher!

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    1. Liebe Katrin,
      vielen Dank. Den Stuten kann ich Dir nur wärmstens empfehlen, er schmeckt köstlich. Wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.
      Liebe Grüße Sigrid

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  2. Das hast Du - wieder - locker getextet & ansprechend ins Bild gesetzt, liebe Sigrid.

    Wenn das wwweh doch bloß Duft & weiteren Genuß transportieren könnte ...

    Habt einen angenehmen Sonntag, pickt Euch die Rosinen heraus!

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    1. Lieber Hermann,
      vielen Dank für Deine motivierenden Worte. Hüpfe auf einem Bein durch die Wohnung und reiße die Arme in die Höhe. Dann stürze ich verzweifelt bodenlos in die Tiefe, leider, leider, es hapert mit Duft und Genuss. Vielleicht erbarmt sich jemand dieser Lücke.
      Euch einen trotz Regen munteren Sonntag.
      Liebe Grüße Sigrid

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  3. Liebe Sigrid,
    das hört sich köstlich an! Den adligen Stuten werden wir definitiv backen.
    Liebe Grüße aus Ye Olde Kitchen, Eva und Philipp

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    1. Hallo Eva und Philipp,
      das freut mich zu hören, vielen Dank. Adliger Stuten mit Landhauskomponente schadet nie, Euch ein herzlich, herzhaftes Essvergnügen.
      Liebe Grüße Sigrid

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  4. Liebe Sigrid, diesen Stuten kannst du getrost adelig nennen, denn er sieht richtig lecker aus und gehört jetzt zur Crème de la Crème der Stutenrezepten. Liebe Grüße Anna

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    1. Liebe Anna,
      Du siehst mich sprachlos, zu viel der Ehre. Schließlich wähnte sich nur eine vorwitzige Rosine in dieser Stellung. Danke Dir, dass Du Dich ihrem Blickwinkel anschließt, das freut mich sehr.
      Herzlichst, Deine Sigrid

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  5. Oh...liest sich das lecker an. Werde ich hoffentlich auch mal backen.
    LG, Diana

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    1. Liebe Diana,
      das wünsche ich Dir von Herzen. Freue mich, dass Sehnsüchte nach dem Stuten wachgerüttelt worden sind, denn das Kuchenbrot macht sich wirklich gut auf dem Frühstückstisch.
      Liebe Grüße Sigrid

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  6. Irmgard Schwartmann29. November 2015 um 21:04

    Liebe Sigrid,
    ich lese auf der Vollwertseite (Bruker) gern Deine Rezepte. Habe gestern den Rosinen-Birnen-Stuten gebacken ganz genau nach Anweisung, allerdings statt Ober- und Unterhitze Umluft genommen. Daher ist er wahrscheinlich nicht durchgebacken trotz Stäbchenprobe. Das wird wohl der Grund sein? Nächstes Mal will ich es mit Ober-und Unterhitze machen. Herzliche Vollwertgrüße Irmgard Schwartmann

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    1. Liebe Irmgard,
      ich danke Dir für Deine Rückmeldung. Schade, dass es beim ersten Mal mit dem Stuten nicht funktioniert hat, natürlich können verschiedene Faktoren mitspielen. Vielleicht Umluft, vielleicht backt Dein Herd nicht so stark wie meiner, vielleicht saftigere Birnen? Wenn Du Dir unsicher bist, lieber das gute Stück 10 Minuten länger im Ofen lassen.
      Auch Dir alles Gute und komm gut durch die Zeit.
      Liebe Grüße Sigrid

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    2. Irmgard Schwartmann2. Dezember 2015 um 08:54

      Liebe Sigrid,
      werde es nochmal probieren - ohne Umluft, vielleicht auch mit Apfel.
      Liebe Grüße Irmgard

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    3. Liebe Irmgard,
      das freut mich sehr, dass Du nochmals in den Stuten hineinspringen möchtest. Ich drück Dir ganz feste die Daumen.
      Liebe Grüße Sigrid

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Vielen Dank für deinen Besuch!
Wie schön, dass du dir die Zeit genommen hast, bei mir vorbeizuschauen und einige Worte dazulassen.

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