DIE URIGEN VINSCHGAUER - DER UNVERFÄLSCHTE GESCHMACK



Wenn Du auf unverfälschte, natürliche, echte und einfache Naturburschen stehst, dann kann ich Dir heute mit einem Sortiment von typisch urigen Exemplaren dienen.
Schau her, magst Du diesen Pfundskerl oder vielleicht doch lieber jenes Prachtstück?
Du hast die freie Auswahl, denn Vinschgauer sind eindeutig urig.

Aus natürlichen Zutaten mit dem Einsatz von Kräften, die sich aus den Armen über die Hände bis in die Teigschüssel bündeln, zusammengerührt, können sie gar nicht anders als urig werden.
Da wären: selbstgemahlenes Getreide, Sauerteig aus eigener Herstellung, Gewürze mit vollem Aroma, Salz, Hefe und natürlich Wasser.

Wenn ich mir dann die fertiggebackenen Urgesteine anschaue, dann stelle ich mir stets noch einen Rucksack dazu vor, der mit einigen von ihnen gefüllt ist und auf gehts in die Natur. Wanderungen in der frischen, kalten Luft machen bekanntlich hungrig, dabei einen Kanten Vinschgauer in der Hand und herzhaft reingebissen, beugt dem Kohldampfschieben garantiert vor. Oh, ich könnte schon wieder losmarschieren.

Doch auch eine herzhafte Brotzeit mit Brotaufstrichen, Käse und für die Wurstliebhaber etwas Wurstiges mit Schmackes passen wunderbar zu dem flachen Brötchen mit hohem Roggenanteil. Das Geschmackserlebnis runden Paprikastreifen, Gurkenscheiben, Möhrenstifte und Bleichselleriestangen perfekt ab.



Gut gekaut ist halb verdaut und die Vinschgauer benötigen den Einsatz unserer Zähne: ein unverfälschtes Vollwertprodukt aus dem ganzen Korn gemahlen, natürlich und sehr sättigend. Du kennst bestimmt zur Genüge die Tipps vom intensiven Kauen, sich Zeit lassen, die Kaubewegungen mitzählen, sich auf den Geschmack konzentrieren, usw.

Glaube mir, bei diesen Vinschgauern ist es Dir ein Bedürfnis, ihren einzigartigen, unverfälschten Geschmack, im vollen Bewusstsein Deiner Sinne zu genießen.



Schlaufuchs Wicki teilt uns mit:
Vinschgauer, Vinschgerln oder Vinschger Paarln sind handtellergroße, zwei bis drei Zentimeter dicke Fladenbrötchen aus Roggen-Weizen-Sauerteig und Hefe aus dem Südtiroler Vinschgau. Sie sind auch in Tirol und Vorarlberg verbreitet. Dort gibt es auch wesentlich größere Varianten.Traditionell werden sie paarweise zusammenhängend gebacken. Typisch ist neben der flachen Form, die einen hohen Krustenanteil bewirkt, die Würzung mit dem geschmacklich an Curry erinnernden Schabzigerklee und den Samen von Koriander, Fenchel und Kümmel. Vinschgauer haben eine großporige Krume und halten sich durch den Roggenanteil von etwa 70 Prozent und die Teigführung mehrere Tage frisch. Daher eignen sie sich besonders gut als Proviant für längere Wanderungen.



Zutaten für 8-10 Stück
Vinschgauer
Sauerteig:
50 g Anstellgut (alter Sauerteig)
250 g Roggenvollkornmehl
250 ml warmes Wasser bis
40°C

Alles verrühren, abdecken, 12-24 Stunden bei ca. 22 Grad gehen lassen, gerne auch an der Heizung. Das Anstellgut ist fertig, wenn der Sauerteig sich nach oben wölbt, von Bläschen durchsetzt ist und sich fluffig anfühlt, wenn Du mit dem Finger draufdrückst. Nun nach Anweisung die Vinschgauer backen.

Daran denken: Für das nächste Backen wieder 50 g Sauerteig wegnehmen und in einem verschließbaren Glas im Kühlschrank aufbewahren.


200 g Roggenvollkornmehl
100 g Weizenvollkornmehl
5 g Hefe (bei dem ganz frischen Sauerteig gab ich 20 g hinzu)
200 ml lauwarmes Wasser
1 TL gemahlener Kümmel
1 TL gemahlener Fenchel
1 TL gemahlener Koriander
13 g Salz
Roggenvollkornmehl zum Wälzen


Das Mehl in eine Schüssel geben, mittig eine Mulde drücken und die Hefe hineinbröckeln, mit etwas lauwarmem Wasser verrühren und zugedeckt an einem warmen Ort 15 Minuten gehen lassen.

Den Sauerteig, das restliche lauwarme Wasser, die Gewürze und das Salz hinzufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig zugedeckt bei Zimmertemperatur 30 Minuten gehen lassen.

Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den gut durchgekneteten Teig zu einer Rolle formen und in 8-10 gleich große Stücke teilen, mit den Händen grob zu einem runden, flachen Fladen drücken und mit der Oberseite in Roggenmehl drücken. Die Fladen auf das Blech legen, mit einer Gabel mehrmals einstechen und zugedeckt ca. 60 Minuten gehen lassen. Auf der Oberfläche sollten Gärrisse zu sehen sein.

Den Backofen auf 220°C Ober-/ Unterhitze oder 200°C Umluft vorheizen. Die Fladen im mittleren Ofenbereich 10 Minuten backen, dann die Temperatur auf 180°C zurückschalten und die Fladen in weiteren 15-20 Minuten fertig backen.

Wage Dich doch an Deinen eigenen Sauerteig, es ist ganz einfach, schau bitte hier.
Ich bin natürlich neugierig: Lass es mich wissen, wie Dir diese Pfundskerle geschmeckt haben.

Liebe Grüße an alle Bäcker mit Herz, Deine






Kommentare:

  1. Köstlich sehen die aus. Ich liebe Vinschgerl, Dein Rezept wird sofort ausprobiert. Mal schauen ob es so gut ist wie meins. Schönen Sonntag!

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    1. Vielen Dank, liebe Katrin. Freut mich, dass Du das Rezept testen willst. Jetzt warte ich mit Spannung auf das Ergebnis.
      Auch Dir einen entspannten Sonntag, liebe Grüße Sigrid

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  2. Toll sehen die aus und sind wunderbar aufgegangen. Es wird bei mir Zeit auch mal wieder welche zu probieren, nach Deinen Rezept, danke.
    Liebe Sigrid einen wunderschönen Sonntag und liebe Grüße
    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid, das war wohl gerade Gedankenübertragung. Komme von Deinem Blog herüber und sehe Deine netten Worte. Vielen Dank.
      Wünsche Dir alles Gute, Sigrid.

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  3. Liebe Sigrid, so grau das Norddeutsche nun vor sich hinnieselt, so freundlich wird’s von Deinen Rezepten (wieder einmal) durchbrochen - ich danke für die Aussicht, daß es nicht nur das Leben draußen gibt, sondern auch das neben dem Backofen. Man wäge ab.

    Und gerade Brotrezepte ... so bodenständig ... so heimelig. Vinschgerl ist eine Bezeichnung, die mir fremd war. Kann man bestimmt auch mit Ziegenkäse genießen - womit ich die Brücke schlagen wollte zu: bin gespannt auf Dein neues Buch, die Vorankündigung (ja, ihr geschätzten Mitleser, schaut hin zum Seitenrand!) klingt verlockend und speziell im äußerst positiven Sinne.

    Ein herzlicher Gruß, erwartungsvoll,

    Hermann

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    1. Lieber Hermann, ein Leben neben dem Backofen stelle ich mir sehr angenehm vor, vor allem dann, wenn der Ofen sich Brot-Steinbackofen schimpft und draußen im Garten steht - denk mal an die herrlichen Düfte. Vielleicht unter einer Unterdachung, damit dort bei schlechtem Schmuddelwetter gut zu hantieren wäre und dies in der Natur. Toll, oder? Leider - eine momentane Wunschvorstellung.
      Tausend Dank an den aufmerksamen, erwartungsvollen Leser,
      liebe Grüße Sigrid

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  4. Sehen sehr lecker die für mich unbekannten Vinschgauer. Aber ich muss gestehen, an Sauerteig habe ich mich nicht getraut. Und die Warteperiode ist mir dann auch zu lange...also werde sie sicherlich nicht backen, obwohl ich wissen wollen würde wie sie schmecken :)
    LG, Diana

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    1. Liebe Diana, in dem Post zuvor habe ich die Sauerteig-Zubereitung erklärt, es ist wirklich kein Hexenwerk, nur fünf Minuten Aufwand pro Tag. Doch Du kannst auch Fertig-Sauerteig kaufen und ihn weiter kultivieren, eine sehr schnelle Möglichkeit, um an Sauerteig zu gelangen. Dank Dir fürs Vorbeischauen und für Deine netten Worte.
      Liebe Grüße Sigrid

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  5. Liebe Sigrid, ich habe ähnliche Roggenbrötchen in Finnland gegessen, sehr lecker. Sobald ich alles beschrieben habe, was in meiner Küche in der Weihnachtszeit entstanden ist, mache ich mich an die neuen Rezepte ran. Da sind die Sauerteig- Brote genau richtig. Liebe Grüsse, Edyta :-)

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    1. Wie schön, dass Du Dich an die Sauerteig-Brote heranwagen möchtest. Eine wunderbare Basis in der Ernährung, sie werden Dir bestimmt gefallen, liebe Edyta.
      Herzliche Grüße Sigrid

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  6. Hallo liebe Sigrid,

    würde dieses Brotwerk gerne nachbacken, aber ich habe keinen Sauerteig vorrätig für Anstellgut! Was kann ich dann tun?

    LG
    Tine

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    1. Liebe Tine, dann würde ich den Weizennmehlanteil gegenüber dem Roggenmehl verdoppeln. Probiere es mit 450 g Weizenvollkornmehl und 100 g Roggenvollkornmehl aus, dazu gib nur 5 g Hefe und lasse den Teig über Nacht im Kühlschrank stehen, damit er aromatischer wird. Wenn es schnell gehen soll, dann mit 30 g Hefe, 1 EL Essig und 2 TL Honig. Viel Spaß beim Backen.
      Liebe Grüße Sigrid

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    2. Liebe Sigrid, so werde ich es probieren. Vielen Dank, dass Du Dich so schnell zurück gemeldet hast. Schönen Abend noch...

      LG Tine

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  7. Klingt köstlich und erinnert mich an die sonntäglichen Picknicks mit unseren Eltern im Wald, als wir noch klein waren.
    Da gab es immer früh den Rucksack geschnürt und den Hund an die Leine und dann ab ins Grüne :)

    Liebe Grüße
    Elsa

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    1. So manche Kindheitserlebnisse gleichen sich sehr, liebe Elsa. Ich profitiere heute noch von den damaligen sonntäglichen Spaziergängen - die Freude an der Bewegung in der Natur, an spontanen Picknicks ohne viel Klimbamborium, an meinem Hund. Hoffentlich wird es bald Frühling.
      Alles Liebe, Sigrid

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  8. Liebe Sigrid, sie erinnern mich an meine Urlaube mit den Kindern an der Nordsee, da gab es jeden morgen sehr ähnliche Brötchen frisch vom Bäcker. Wir haben sie herzhaft belegt und ab ging es nicht Wandern, sondern zum Strand, aber da konnte man nach dem Verzehr im Watt wandern ;o) Dank deines Rezept kann ich sie jetzt selber backen, werden auf jedenfall ausprobiert. Liebe Grüße Anna

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    1. Deine Urlaubserinnerungen klingen zauberhaft, liebe Anna. Bin immer wieder überrascht, wie beliebt die herzhaften Vinschgauer sind, natürlich stets verbunden mit schönen Erlebnissen. Ich wünsche Dir viel Freude beim Nachbacken.
      Liebe Grüße Sigrid

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Vielen Dank für deinen Besuch!
Wie schön, dass du dir die Zeit genommen hast, bei mir vorbeizuschauen und einige Worte dazulassen.

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