DAS GESUNDE UNKRAUT: LÖWENZAHN-PESTO AUF PASTA



Es ist Frühling, die Tage sind wärmer, die Natur atmet von der Winterlast auf, dehnt und streckt sich wie ein tapsiger Bär, der gerade aus dem Winterschlaf erwacht und nun voller Vorfreude dem Tag entgegen springt. Madam Rote Rübe geht vergnügt über die Wiesen und genießt die Sonnenstrahlen, geistesabwesend alles um sich vergessend.

Dabei lauert Gefahr direkt hinter ihr, selbst vor ihr, sowie rechts und links neben ihr. Wolken ziehen sich über ihrem Kopf zusammen, an ihren Hosenbeinen vorbei streifen dolchartige Fangzähne, kurz darauf ist sie eingekreist.

Umzingelt von den berühmten Löwenzähnen, die im Frühling mit ihren dolchartigen Fangzähnen in Scharen auftreten und die Wiesen in Besitz nehmen. Sie stellt sich dem Kampf, nimmt ein Messer aus ihrem Korb heraus, dann säbelt sie die Löwenzähne bis tief an den Wurzeln ab.

Was ist das? Keine Abwehr? Nichts passiert. Wo ist der gefährliche Löwe, der sich auf sie stürzt? Wohl eher ein harmloser Ameisenbär, der nicht weiß, was er mit seinem Raubtiergebiss anfangen soll. Der Löwenzahn ist nicht so gefährlich, wie der Name vermuten lässt.



Du hast es bestimmt schon erraten, hier haben wir es mit einer überaus bekannten Wiesenpflanze zu tun, dem angepassten und anspruchslosen Löwenzahn. Betrachte ihn mal näher, einzigartig wie er ist, finden wir keine zwei identische Pflanzen, jedes Blatt zeigt Einbuchtungen und Zähne in unzähligen Variationen.



Der Volksmund gibt ihm viele Namen, Pissblume, Pusteblume, Wolfszahn, Hundszahn, Bettseicher, nur um einige zu nennen. Als der gewöhnliche Tarxacum Officinalis aus der Familie der Korbblütler ist er die Salatdelikatesse der Frühlingswiesen. Sein botanischer Namen Tarxacum stammt vom arabischen tarkhaskqun, geht auf eine griechische Wurzel zurück und bedeutet "heile", während der Artname officinale auf die Verwendung in der Apotheke hinweist.



Als eines der gesündesten Unkräuter sind seine wichtigsten Inhaltsstoffe in der Wurzel, die im Frühjahr sehr viel mehr Bitterstoffe als im Herbst aufweist, denn mit nur 2% Inulin im Frühjahr und bis zu 40% im Herbst ändern sich die enthaltenen Stoffe über das Jahr.

Die ganze Pflanze enthält Bitterstoffe, mehr als fünfmal so viel Eiweiß, achtmal so viel Vitamin C und doppelt so viel Kalium, Phosphor und Magnesium wie der Kopfsalat. Mit dem Löwenzahn ist die Frühjahrsmüdigkeit schnell ausgetrieben, denn "Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund." Die Bitterstoffe Taraxin regen die Verdauung an, sowie die Bildung von Magensaft und Galle, kurbeln den Stoffwechsel an und fördern die Ausscheidung über Leber und Niere. Damit erklären sich auch die Volksnamen Bettseicher oder Pissblume.



Du kannst Löwenzahn natürlich einfacher auf den Tisch bringen, als ihn mit dem Messer in der Wiese zu Leibe zu rücken. Für diesen Post erwarb Madam Rote Rübe ihn vorgetrieben vom Bauernbetrieb, gelbblättriger Löwenzahn ehemals mit schwarzer Folie abgedeckt und verarbeitete ihn zu einem frühlingshaften, köstlichen Pesto.



Löwenzahn und andere Kräuter nur von ungedüngten Wiesen ernten.

Rezept für 4 Personen
1 Glas Pesto von ca. 400 ml

Löwenzahn-Pesto auf Pasta

120 g Löwenzahnblätter
4 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen 
40 g Parmesan
50 g Walnüsse
1 EL Kräuteressig
2-4 EL Olivenöl
1 gestr. TL Kräutersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 EL Schmand

400 g Vollkorn-Spaghetti

Für selbstgepflückte Löwenzahnblätter gilt, dass sie nur ganz frisch und jung verwendet werden sollen. Wem die Bitterstoffe zu intensiv sind, sollte die Blätter einige Minuten in kaltes Wasser legen, gut abtropfen lassen oder mit einem Tuch abtupfen.
Löwenzahnblätter und die geputzten Frühlingszwiebeln sowie den geschälten Knoblauch grob zerkleinern. Den Parmesan fein abschneiden. Alle Zutaten mit den Walnüssen in der Küchenmaschine grob pürieren. Dabei nach und nach Kräuteressig und Olivenöl zugeben, die Menge des Olivenöls richtet sich nach
der gewünschten Konsistenz. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach Belieben mit Schmand verfeinern.

Spaghetti nach Packungsanweisung zubereiten, auf die Teller verteilen und mit dem Pesto obendrauf servieren.
  
Tipp:
Gut haltbar ist das Pesto, wenn es ohne Schmand in ein verschließbares Glas gegeben und mit Olivenöl abgeschlossen wird. Im Kühlschrank lagern.
Löwenzahn-Pesto schmeckt nicht nur zu Pasta vorzüglich, zu Kartoffeln oder als Brotaufstrich ist es ebenso eine Delikatesse.

Du marschierst bestimmt auch schon auf der Wiese herum und sammelst Kräuter. Welche sind Deine Favoriten und was machst Du feines daraus?

Liebe löwenzahnblättrige Grüße, Deine





Kommentare:

  1. Ein sehr schöner Text und eine tolle Idee, den Löwenzahn zu Pesto zu verarbeiten. Klingt sehr lecker.

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    1. Oooh, wie schön, dass es Dir gefällt. Ich war auch sehr überrascht, liebe Katrin, wie gut das schmeckt, gar nicht bitter.
      Liebe Grüße Sigrid

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  2. Pissblume habe ich noch nie gehört, was für ein ukliger Name;) Nene, da bleibe ich doch bie löwenzahn. deinen habe ich so noch nie gesehen, hätte ich gar nicht als Löwenzahn erkannt;) Die Pesto klingt lecker, eine tolle Idee dafür Löwenzahn zu verwenden!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Der Volksmund entwickelt schon ulkige Namen, ein Stück Wahrheit steckt jedoch immer darin. Liebe Krisi, Du hast recht, durch die Kultivierung ist der sonst so grüne und gedrungene Löwenzahn kaum wieder zu erkennen.
      Liebe Grüße Sigrid

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  3. Oh, was für eine schöne Idee. Gerade vorhin bin ich fertig geworden mit unserem Bärlauchpesto und der Butter, das wird auch bald verbloggt.
    Das mit dem Löwenzahn hab ich erst vor kurzem gelesen und will ihn unbedingt ml so als Salat testen, aber als Pesto ist es natürlich auch ne klasse Idee :)

    Liebe Grüße
    Elsa

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    1. Super, nun kann in den Kräutern geschwelgt werden. Da muss ich unbedingt bei Dir vorbeischauen, liebe Elsa, was Du leckeres zauberst. Bei mir gibt es heute auch Bärlauchpesto, nachdem ich gestern in einem riesigen Feld Bärlauch eintauchte, bin ganz happy.
      Liebe Grüße Sigrid

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  4. Tolle Idee, habe aber etwas Angst den Löwenzahn aus Parks oder Wälder zu benutzten...man weiß ja nie ob dort der Boden gedüngt wurde.

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    1. Liebe Diana, in ganz normalen Wiesen findest Du den Löwenzahn mit vielen anderes Kräutern. In überdüngten Wiesen ist der Löwenzahn so vorherrschend, dass es fast gar keine anderen Pflanzen mehr gibt. Mit der Zeit wirst Du mit etwas Übung eine richtige Kräuterhexe.
      Liebe Grüße Sigrid

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  5. Liebe Sigrid, nach einer langen zweiwöchigen Pause komme ich zurück zum bloggen und finde wie immer ein tolles Rezept von Dir, Löwenzahn- Pesto, eine sehr gute Idee, ich würde selber nie drauf kommen :-) Auch die Fotos sind wunderschön, tolle Farben.
    Liebe Grüße
    Edyta

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    1. Oooh, danke schön, liebe Edyta, das höre ich gerne. Wie schön, dass Du wieder da bist, ich hoffe, Du hast einen erholsamen Urlaub gehabt.
      Alles Gute, Sigrid

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  6. Liebe Sigrid,
    ich liebe Löwenzahn. Als Kind habe ich ihn schon immer gerne genascht, aber am liebsten habe ich ihn in einer russischen Suppe gegessen, die meine Mutter im Winter immer gerne zubereitet hat. Pesto habe ich noch nie probiert und sollte schnell geändert werden. Ein hervorragendes Rezept von dir :)

    liebe Grüße!

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    1. Ich fühle mich immer von Dir inspiriert, liebe Swetlana, Löwenzahn in einer Suppe, das klingt sehr vielversprechend. Wenn Du so sehr Löwenzahn magst, dann ist Pesto daraus bestimmt das Richtige für Dich.
      Liebe Grüße Sigrid

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  7. Hallo liebe Sigrid, was für eine tolle Idee.....das habe ich noch nie gegessen....doch ich würde es sehr gerne von Deinem hübsch gedeckten Tisch probieren!!!
    Und Deine Texte lieb ich, Du hast immer so süße Geschichten, also Frau Rübe hat ein ganz schön aufregendes Leben, stelle ich fest.....Und wie immer, die tollen Bilder, die schuld daran sind, das ich immer, wirklich immer, Heißhunger bekomme, wie jetzt auch schon wieder!!!!
    Danke liebe Sigrid, für Deinen wunderschönen Blog......Charlotte

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    1. Ich habe zu danken, liebe Charlotte, was wäre der Blog ohne solch liebe und begeisterte Leser, wie Du es bist: Du tust mir sooo gut.
      Meine liebe Kräuterhexe, Du solltest Dich unbedingt mal an Löwenzahn wagen, ich denke, er wächst auch in Euren Höhen.
      Herzlichst, Sigrid

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  8. Liebe Sigrid,
    das ist eine tolle Idee. Wir essen sehr gern bittere Salatvarianten und da dürfen jetzt im Frühling ein paar Löwenzahnblätter nicht fehlen. Die ernten wir auf dem Balkon, wo immer irgendwo Löwenzahn wächst. Ein Pesto daraus zu machen, ist uns noch nie in den Sinn gekommen, aber das werden wir nachholen. Hab' Dank für die Inspiration.
    Frühlingshafte Grüße, Eva

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    1. Bittere Salatvarianten und Ihr mögt sie!! Dann schmeckt Euch bestimmt Löwenzahn-Pesto, liebe Eva, außerdem kann Löwenzahn ja auch gemischt werden mit anderen Kräuterlein. Ich freue mich, dass ich Euch inspirieren durfte.
      Gründäumelige Grüße, Sigrid

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  9. Liebe Sigrid,
    Löwenzahn-Pesto eine super Idee, ich mag diesen Löwenzahn auch zu gerne, freue mich über jeden Busch in unserem Garten, leider nur ich, aber ich bin schnell und pflücke und mache einiges damit, jetzt gibt es auch Pesto dank Dir.
    Ein wunderschönes Wochenende und liebe Grüße
    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid, mein lieber Mann probiert nur sehr vorsichtig, doch das hält mich nicht auf, immer wieder neue Kräuterkreationen auszuprobieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du als kreative Köchin viele Kräuter ins Essen mogelst.
      Auch Dir ein sonniges Wochenende, liebe Grüße Sigrid

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Vielen Dank für deinen Besuch!
Wie schön, dass du dir die Zeit genommen hast, bei mir vorbeizuschauen und einige Worte dazulassen.

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